10 Schritte zur Photovoltaik-Anlage

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1. Grundlagen prüfen
Dachausrichtung
PV-Module sind in den letzten Jahren so effizient geworden, dass eine PV-Anlage bei fast jeder Dachausrichtung und -neigung wirtschaftlich betrieben werden kann. Das gilt für Süd, West, Ost und teilweise auch für nördliche Ausrichtung.
Dachzustand
PV-Anlagen haben mittlerweile eine Lebensdauer von 25 Jahren und mehr. Deshalb sollte der Zustand des Daches entsprechend gut sein oder über eine (energetische) Dachsanierung vorab nachgedacht werden.
Verschattung
Verschattung durch Bäume oder andere Objekte kann ein Problem sein. Die PV-Anlage sollte mindestens die Hälfte des Tages unverschattet sein. Allgemeine Aussagen sind hier aber kaum sinnvoll, es kommt auf die individuelle Situation an.
Denkmalschutz
Gegebenenfalls müssen Regelungen des Denkmal- oder
Ensembleschutzes beachtet werden.
2. Informationen sammeln
Wir bei Klimaneutral 2035 kennen etliche Menschen in Neubiberg, die schon eine Photovoltaikanlage (mit/ohne Speicher, mit/ohne Wärmepumpe) installiert haben und ihre Anlage auch gerne Interessenten zeigen. Wenn Sie uns eine E-Mail an info@klimaneutral2035.de schreiben, vernetzen wir Sie gerne.

Eine weitere gute Möglichkeit an Informationen zu kommen, bietet die persönliche und unabhängige Beratung der Energieagentur Ebersberg-München. Dort gibt es auch ein Solarkataster, das eine Abschätzung für die Eignung des eigenen Dachs liefert. Allerdings kennen wir auch schon zwei Beispiele, bei denen das Solarkataster keine Eignung angegeben hat, obwohl die Dächer wunderbar geeignet sind. Also lassen Sie sich nicht gleich abschrecken.

Weitere Informationen finden Sie in den FAQ.

Tipp: Wärmepumpe mit Photovoltaikanlage betreiben
Sofern man eine Wärmepumpe als Heizung einsetzt, kann Solarenergie auch für diese eingesetzt werden, bei gleichzeitiger Beibehaltung des eigenen Heizstromtarifs. Dabei werden die beiden Zähler hinter einander geschaltet (“Wärmepumpenkaskade” oder “Messkonzept C3”).
Der Netzbetreiber Bayernwerk unterstützt dieses Messkonzept, tauscht derzeit aber einen ggf. vorhandenen Zweitarifzähler gegen einen Eintarifzähler aus. Die Umsetzung dieses Messkonzepts ist in der Regel mit einem Aufpreis von ca. 300 € verbunden und es ist ratsam, im Vorhinein mit dem/den Energieversorger/en Kontakt aufzunehmen, ob auch diese das Messkonzept anbieten.
3. Berechnung der Wirtschaftlichkeit
Eine Photovoltaikanlage lohnt sich in jeder Hinsicht: Sie hilft im Kampf gegen den Klimawandel, Ihrer persönlicher Unabhängigkeit und natürlich Ihrem Geldbeutel. Aufgrund der durch den Eigenverbrauch erzielten Einsparung sowie der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung hat sich die Anlage in der Regel nach ca. 10 – 12 Jahren amortisiert. Durch die Förderung der Gemeinde (~1.600 Euro bei  einem Jahresverbrauch 4.200 kWh) kann dies auch schon deutlich früher der Fall sein. Der Freistaat Bayern fördert zudem Batteriespeicher und die KfW bietet günstige Kredite. Mehr dazu in Schritt 5.

Es gibt unzählige Rechner im Internet, die die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage berechnen und eine Abschätzung geben, nach wie vielen Jahren man schwarze Zahlen schreibt, z.B. der ausführliche Rechner der Energieagentur NRW basierend auf den Daten der HTW Berlin, der auch einen Speicher oder ein Elektrofahrzeug mit einrechnen kann oder ein schneller Rechner der Stiftung Finanztest.

4. Angebote einholen
Nachdem man sich mit den technischen Voraussetzungen und einer ersten Wirtschaftlichkeitsanalyse beschäftigt hat, sollte man sich nun von Fachbetrieben beraten lassen und 2-4 Angebote einholen, auch abhängig davon, ob Sie schon eine unabhängige Beratung in Anspruch genommen haben.

Es macht meistens Sinn die ganze geeignete Dachfläche mit Modulen zu belegen, solange man unter 10 kWp bleibt, denn die einzelnen Module kosten nur noch 200-300 Euro und damit kann man auch in Zukunft ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe mit dem eigenen Sonnenstrom betreiben.

Eine gute Firma, wird Ihr Haus besichtigen, Sie bei Fördermitteln beraten und vorab die Erträge und die Wirtschaftlichkeit der Anlage berechnen. Diese Berechnungen können Sie dann mit den Ergebnissen der Rechner aus Schritt 3 vergleichen. Wer nicht weiß, wo man bei der Suche nach Fachbetrieben anfangen soll, kann sich bei den Partnerunternehmen der Energieagentur Ebersberg-München umsehen oder beim Solarpotenzialkataster des Landkreis München – natürlich ohne Gewähr.

Tipp: Wie kann ich die Angebotsphase beschleunigen?

Aktuell ist es so, dass alle Fachbetriebe stark ausgelastet sind und ungern zu einem Besichtigungstermin rausfahren, wenn man noch keine konkreten Pläne hat. Deshalb ist es hilfreich, wenn man bei der Anfrage gleich einige wichtige Informationen mitschickt:
Stromverbrauch, Foto vom Dach, Dachabmessungen oder Typ und Abmessungen der Dachziegel, Foto des Strom-/Sicherungskastens, Foto des potenziellen Aufstellortes für den Wechselrichter (ca. 50×50 cm) und optional für den Batteriespeicher.

5. Finanzierung und Förderung
Photovoltaik Förderung

Die Gemeinde Neubiberg fördert Photovoltaik-Anlagen abhängig von der CO2 Einsparung mit bis zu
5.000 Euro.

Alle Details hier …

Batteriespeicher Förderung

Der Freistaat Bayern fördert Batteriespeicher in Verbindung mit einer neuen PV-Anlage mit 500 – ~1.200 Euro.

Alle Details hier …

Ladestation Förderung

Die KfW fördert Lade­stationen an Stell­plätzen und in Garagen, die zu Wohngebäuden gehören und nur privat zu­gänglich sind, mit 900 Euro.

Alle Details hier …

Finanzierung

Die KfW bietet günstige Kredite für Photovoltaik-Anlagen und auch für Batteriespeicher.

 

Alle Details hier …

Tipp: Förderung immer vor Auftragsvergabe beantragen.

Wichtig ist, dass Sie in jedem Fall erst die Förderung beantragen und auf die Förderzusage warten, bevor ein Auftrag zur Installation erteilt wird!

6. Auftragsvergabe und Installation
Bei der Auftragsvergabe sollte man auf die Zahlungsmodalitäten und einen verbindlichen Termin achten. Vorauszahlungen wie in der PV-Anfangsphase üblich sind heute nicht mehr notwendig, wohl aber Teilzahlungen nach erfolgten Teilleistungen.

Unmittelbar vor der Installation sollten Sie noch mal mit dem Handwerker abklären, welche Vorbereitungen zu treffen sind, z.B. welche Bereiche des Hauses zugänglich sein müssen, damit keine Verzögerungen oder andere Probleme auftreten.

7. Anmeldung Netzbetreiber und Bundesnetzagentur
Netzbetreiber
Alle PV-Anlagen müssen bei Ihrem Netzbetreiber angemeldet und von diesem bestätigt werden. Diese Anmeldung übernimmt in der Regel der Fachbetrieb.
Tipp: Sicherstellen, dass die Anmeldung beim Netzbetreiber so früh wie möglich geschieht.

Da die Prüfung durch den Netzbetreiber auch mal 8 Wochen dauern kann, sollten Sie sicherstellen, dass der Fachbetrieb die An- und Fertigmeldungmeldung zeitnah durchführt, am besten direkt nach der Installation der Module. Dafür muss evtl. vorab auch eine Vollmacht ausgestellt werden.

Bundesnetzagentur
2-3 Wochen vor der Inbetriebnahme, aber spätestens am Datum der Inbetriebnahme muss die PV-Anlage (und falls vorhanden der Batteriespeicher) bei der Bundesnetzagentur im Marktstammdatenregister (MaStR) eingetragen werden. Da man immer wieder auf seine Daten zugreifen kann, muss man sich im ersten Schritt registrieren. Die Webseite ist aus unserer Sicht recht gut gelungen und führt mit vielen Hilfen und Beschreibungen durch den Anmeldungsprozess.
Tipp: HarNES-ID nachtragen
Man muss für die erste Registrierung die HarNES-ID noch nicht kennen. Diese kann man nachtragen, wenn man sie vom Netzbetreiber erhält.
8. Finanzamt und Steuern
Als Käufer und Betreiber einer Photovoltaik-Anlage müssen Sie sich wenigstens einmal mit dem Thema Steuern beschäftigen. Für die PV-Anlage relevant sind sowohl Umsatzsteuer als auch Einkommenssteuer. Es gibt verschiedene Varianten damit umzugehen. Die zwei häufigsten Varianten sind:

  • Betreiber, die steuerlich das Maximum rausholen wollen,
  • Betreiber, die mit dem Finanzamt so wenig Aufwand wie möglich haben wollen.

Für diese beide Fälle haben wir die Vor- und Nachteile zusammengefasst und Ausfüllhilfen erstellt. Natürlich gehen wir auch auf weitere mögliche Varianten und den Spezialfall Batteriespeicher ein.

9. Versicherung
Grundsätzlich sollte mit der Wohngebäudeversicherung geklärt werden, ob eine weitere Versicherung notwendig ist oder ob die Photovoltaik-Anlage schon durch die bestehende Versicherung gedeckt ist, wenn sie nachträglich auf dem Dach installiert wird. Aufgrund der Gefahrenerhöhung wird, je nach Versicherer, ein entsprechender Beitragszuschlag für die Gebäudeversicherung fällig. Viele Versicherer bieten darüber hinaus eine spezielle Solar- oder Photovoltaikversicherung an. Sie greift bei Ausfall der Anlage, bei Schäden durch Sturm, Brand, Hagel, Blitzschlag etc.
10. Zählerwechsel und Inbetriebnahme
Für den Termin der Inbetriebsetzung stimmt sich der Fachbetrieb mit dem Netzbetreiber ab. Falls nötig wird bei diesem Termin der Zähler ausgetauscht und ab dann produzieren Sie ihren eigenen Strom 😊.