Wärmepumpe

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1. Überblick verschaffen
Funktionsweise
Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein umgekehrter Kühlschrank. Sie nutzt Strom und Umgebungswärme aus Luft, Erde oder Grundwasser, um das Haus und Warmwasser zu heizen.
Bestandsgebäude
Auch in vielen Bestandsgebäuden ohne Fußbodenheizung lässt sich eine Wärmepumpe bei richtiger Planung wirtschaftlich und klimaneutral betreiben.
Unabhängigkeit
Eine Wärmepumpe macht Sie unabhängig vom steigenden CO2-Preis und von Kostensprüngen für Gas oder Öl.
Klimaneutral
Da der Strommix in Deutschland mittelfristig vollständig aus erneuerbaren Energien bestehen muss, wird dann auch die Wärmepumpe klimaneutral betrieben. Bis dahin sollten Sie einen echten Ökostromtarif wählen.
Photovoltaik
Eine Wärmepumpe lässt sich ideal mit einer Photovoltaik-Anlage kombinieren.
2. Wärmepumpentypen kennenlernen
Luftwärmepumpen
Luft-Wasser-Wärmepumpen gewinnen aus der Außenluft Energie, um damit zu heizen. In langen oder kalten Wintern können Sie entsprechend nicht immer mit höchster Effizienz arbeiten.
Erdwärmepumpen mit Sonden
Erdwärmepumpen werden mit einer Erdsonde per Bohrung in bis zu 100 Meter Tiefe gebracht. Erdsonde-Erdwärmepumpen können der Erde ganzjährig Wärme entziehen und gelten daher als besonders effizient.
Erdwärmepumpen mit Kollektoren
Erdkollektoren werden flächig und bis zu einer Tiefe von 10 Meter im Boden verbaut. Auch Erdkollektoren können der Erde ganzjährig Wärme entziehen, brauchen aber deutlich mehr Platz als Sonden.
Grundwasser-Wärmepumpen
Grundwasser, auch Wasser-Wasser-Wärmepumpen genannt,  nutzen die thermische Energie, die im Grundwasser gespeichert ist. Auch dieser Typ gilt als sehr effizient.
Weitere Typen

Es gibt noch weitere, seltener verbaute Typen, wie z.B. Eisspeicher und Grabenkollektoren.

3. Voraussetzungen prüfen
Eignungsprüfung
Ob eine Wärmepumpe effizient eingesetzt werden kann, hängt von vielen Faktoren ab und lässt sich häufig mit der richtigen Planung realisieren. Wenn es sich allerdings um ein weitestgehend unsaniertes Gebäude mit kleinen Heizkörpern handelt, müssen Sie zusätzlich eine Teilsanierung und/oder einen Austausch der Heizkörper einplanen.
Einfacher Test: Funktioniert die Wärmepumpe im Bestandsgebäude?

Ob sich im Altbau eine Wärmepumpe nachrüsten lässt, erkennen Hausbesitzer mit einem einfachen Test. Dabei müssen sie die Vorlauftemperatur an einem sehr kalten Tag auf 45 bis 50 Gras Celsius begrenzen. Drehen sie dann die Thermostate auf und das Haus wird wohlig warm, kann sich die Wärmepumpe im Altbau lohnen. Bleibt es dagegen kalt, sollte ein Installateur die Heizlast ermitteln und einige Heizkörper austauschen – oft reicht diese Maßnahme bereits aus, um die Bedingungen für die Umweltheizung zu verbessern.

Platzbedarf
Der Platzbedarf einer Wärmepumpe ist der eines großen Kühlschranks. Für zusätzliche Pufferspeicher können dann noch einmal bei 0,4 – 0,8 m2 benötigt werden.

Luftwärmepumpen gibt es in drei Ausführungen. Dabei wird die Wärmepumpe entweder komplett innen, komplett außen oder als Split-Gerät installiert. Für die letzten beiden Varianten ist natürlich auch außen noch ein passender Aufstellort zu finden.

Auch für Erd- und Wasserwärmepumpen wird entsprechend Platz für Bohrungen oder Kollektoren benötigt.

Lärmschutz und Genehmigungen
4. Informationen sammeln
Wir bei Klimaneutral 2035 kennen ein paar Menschen in Neubiberg, die schon Luft- oder Grundwasserwärmepumpe in Betrieb haben und ihre Anlage auch gerne Interessenten zeigen. Wenn Sie uns eine E-Mail an info@klimaneutral2035.de schreiben, vernetzen wir Sie gerne.

Eine weitere sehr gute Möglichkeit an Informationen zu kommen, bietet die persönliche und unabhängige Beratung der Energieagentur Ebersberg-München.

Eine Liste von Fachhandwerkern finden Sie beim Bundesverband Wärmepumpe und ebenfalls bei der Energieagentur.

Eine Liste von Energieberatern finden Sie ebenfalls bei der Energieagentur oder bei der Deutschen Energie-Agentur.

Weitere interessante Informationen finden Sie in den FAQ, die Sie unbedingt zumindest mal quergelesen haben sollten.

Tipp: Wärmepumpe mit Photovoltaikanlage kombinieren
Eine Wärmepumpe kann mit einer Photovoltaikanlage bei gleichzeitiger Beibehaltung des eigenen Heizstromtarifs kombiniert werden. Dabei werden die beiden Zähler hinter einander geschaltet (“Wärmepumpenkaskade” oder “Messkonzept C3”).
Der Netzbetreiber Bayernwerk unterstützt dieses Messkonzept, tauscht derzeit aber einen ggf. vorhandenen Zweitarifzähler gegen einen Eintarifzähler aus. Die Umsetzung dieses Messkonzepts ist in der Regel mit einem Aufpreis von ca. 300 € verbunden und es ist ratsam, im Vorhinein mit dem/den Energieversorger/en Kontakt aufzunehmen, ob auch diese das Messkonzept anbieten.

Auch für Photovoltaik-Anlagen haben wir einen Leitfaden mit Förderkompass erstellt.

5. Anschaffungskosten
Luftwärmepumpen
4.000 – 12.500 €

12.000 – 25.000 €
(ohne Förderung)

Erdwärmepumpen (Sonden)
6.500 – 17.500 €

19.000 – 33.000 €
(ohne Förderung)

Erdwärmepumpen (Kollekt.)
4.000 – 13.000 €

12.000 – 26.000 €
(ohne Förderung)

Grundwasser-Wärmepumpen
7.000 – 18.500 €

20.000 – 35.000 €
(ohne Förderung)

Wichtiger Hinweis zu den Kostenspannen

Die angegebenen Kosten sind Schätzwerte, die wir auf Basis der Daten der Verbraucherzentrale Bayern und eigenen Erfahrungswerten zusammengestellt haben. Sie beinhalten vor allen die Kosten für die Wärmepumpe und die Erschließungskosten. Abhängig von Ihren individuellen Gegebenheiten können dann noch weitere Kosten anfallen, z.B. durch die Demontage und Entsorgung der alten Heizung, Zähler oder aufwändigeren Grabungs- oder Umbaumaßnahmen.

6. Finanzierung und Förderung
BAFA Förderung

Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert effiziente Wärmepumpen.

 

Alle Details hier …

35%
Neubiberg Förderung

Neubiberg fördern Wärmepumpen bei Bezug von Ökostrom oder in Kombination mit einer PV-Anlage.

Alle Details hier …

15%
Ölheizung Austauschprämie

Wenn durch die Wärmepumpe eine Ölheizung ersetzt wird, gibt es von der BAFA 10% Förderung extra.

Alle Details hier …

10%
iSFP

Mit einem ebenfalls geförderten individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) bekommen Sie von der BAFA noch einmal 5% extra.

Alle Details hier …

5%
Wärmepumpen werden mit 50% bis zu 65% gefördert.
Wichtiger Hinweis: Förderung immer vor Auftragsvergabe beantragen.

Wichtig ist, dass Sie in jedem Fall erst die Förderung beantragen und auf die Förderzusage warten, bevor ein Auftrag zur Installation erteilt wird!

Finanzierung mit zusätzlichem KfW Kredit

Auch mit Förderung kann eine Wärmepumpe und die eventuelle Sanierungen immer noch recht teuer sein. Deshalb gibt es den KfW Kredit 262, der Ihnen einen Kredit und einen Tilgungszuschuss in der gleichen Höhe wie die BAFA Förderung bietet. Dazu können Sie dann noch die Förderung in Neubiberg beantragen.

Auch energetische Sanierungen, z.B. Türen, Fenster, Dach oder Fassaden können so finanziert und gefördert werden.

7. Betriebskosten abschätzen
Zu den Betriebskosten gehören vor allem die Stromkosten der Wärmepumpe für Heizung und Warmwasser. Für Wärmepumpen gibt es spezielle Tarife, die ca. 15-20% billiger sind, als der Normalstromtarif. Dazu kommen noch Wartungskosten, die aber in der Regel geringer ausfallen, als für Gas- und Ölkessel. Auch für den Schornsteinfeger fallen keine Kosten an.

Die zu erwartenden Stromkosten, können Sie grob mit Ihrem Heizwärmebedarf und der zu erwartenden Jahresarbeitszahl (JAZ) abschätzen. Dazu stellen wir Ihnen hier zwei einfache Berechnungsmethoden vor.

Die professionelle Heizlastberechnung muss die Fachfirma dann für die Angebotserstellung durchführen.

8. Auftragsvergabe und Installation
  • Gehen Sie die Checkliste der Verbraucherzentrale Bayern durch.
  • Lassen Sie sich ausführlich beraten.
  • Holen Sie immer mehrere Vergleichsangebote ein.
  • Achten Sie beim Vergleich der Angebote darauf, dass die Wärmepumpe nicht zu klein dimensioniert wird, damit eine potenzielle Ersparnis beim Anschaffungspreis nicht im Betrieb gleich wieder aufgefressen wird.
  • Prüfen Sie bei Angebote genau, ob alles enthalten ist: Von der Erschließung der Wärmequelle über das Heizungsaggregat selbst und dem Pufferspeicher samt Heizstab bis hin zum Wärmemengenzähler, einem zusätzliche Stromzähler, der Demontage und Entsorgung der alten Heizung, dem obligatorischen hydraulischen Abgleich und Wartungsvereinbarungen.